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Howto: Ein Mix „Tape“ erstellen als Timer für’s Intervall-Training

Problem:

Intervalltraining ist eine schöne Sache, doch stellt sich oft die Frage, wie man die Zeitintervalle bequem messen kann. Vor diesem Problem stand ich in einer etwas anderen Form als ich das Training am Sandsack vor einiger Zeit wieder aufnahm und nach einer Möglichkeit suchte, Runden- und Pausenzeiten im Blick zu behalten ohne ständig auf die Stoppuhr zu schauen. Die erste Alternative war die Nutzung eines Rundentimers auf dem iPhone. Das war schon etwas komfortabler, aber irgendwie immer noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Nach einigem Hin- und Herüberlegen kam mir die Idee, Musik so zusammenzuschneiden, dass aktive Arbeitsphasen und Pausenzeiten mit entsprechenden Songs kenntlich gemacht werden. Rundenbeginn und -ende sollten mit einer Ringglocke eingeläutet werden.

 

Lösung:

Um nun einen entsprechenden Mix zu erzeugen, brauchte ich drei „Zutaten“:

  • Einen Audio Editor
  • Eine Ringglocke bzw. eine Aufnahme
  • Passende Musik

 

Der dritte Punkt war am einfachsten zu lösen, ein kurzer Blick in die iTunes Library und eine Stunde Stöbern später:

 

0001.png

 

Um die Auswahl zu vereinfachen habe ich mir zwei Playlists angelegt:

  • Sports
  • Sports Break

In der ersten Liste sind Songs enthalten, die eine Mindestlänge von 3:00 Minuten haben, da dies meine geplante Rundenlänge war. Außerdem sollten sie zur geplanten Aktivität passen, sprich schnellere Metal und Hard Rock Stücke dominierten die Auswahl. Die zweite Playlist beinhaltet ruhigere Lieder, die sich zur Pausensignalisierung eignen.

Nun brauchte ich eine Glocke wie sie am Boxring geläutet wird. Nach kurzem Googlen stieß ich auf das Freesound Project (http://www.freesound.org/) und meldete mich dort an. Der passende Ton „Boxing Bell“(http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=66951) war schnell gefunden und auf der Platte gespeichert.

Um jetzt an’s Eingemachte, das Schneiden der Songs und Einfügen der Glocke zu kommen, brauchte ich einen Audio Editor. Wie einigen sicherlich bekannt ist, bin ich Mac User, brauchte also ein Programm, das auch unter Mac OS X lauffähig ist.

Um es kurz zu machen, Open Source ist eine feine Sache, etliches an Profisoftware war einfach zu viel für meine Anforderungen und/oder zu teuer und so entschied ich mich für Audacity (http://audacity.sourceforge.net/), einen freien Audio Editor, der sowohl auf dem Mac als auch unter Linux und Windows läuft. Startet man Audacity das erste Mal, wird man von diesem, sehr ermutigenden, Screen begrüßt:

 

Audacityblogpost0002.png

 

 

Aber nicht abschrecken lassen, das Programm lässt sich recht komfortabel nutzen. Um da Editieren zu beginnen, öffnete ich meine vorbereitete Playlist in Itunes, suchte mir den ersten Song (als Beispiel nehmen wir Hammerfall – I want out von der Masterpieces) und suchte mir die eigentlich Datei. Dazu den Eintrag in der Playlist mit der rechten Taste anklicken und dann „Im Finder anzeigen“ wählen.

 

Audacityblogpost0004.png

 

Die Datei nun einfach per Drag and Drop in Audacity ziehen, importieren lassen und schon hatte ich eine Stereo Spur mit dem ersten editierbaren Song. Wie man auf dem Screenshot sehen kann, war die Lautstärke relativ hoch, darum nutzte ich den Peak Limiter, um sie auf ein mir angenehmes Niveau anzupassen. Diesen findet man via „Effekt – Apple: AUPeakLimiter“ und kann dann mittels Schiebereglern die Tonspur anpassen. Die zu wählenden Werte sind natürlich vom Ausgangsmaterial und den gewünschten Zielvorstellungen abhängig, deswegen kann ich hier keine Empfehlung aussprechen.

 

Audacityblogpost0015.png

 

Im Folgenden markierte ich die ersten 5 Sekunden des Songs. Dies geht entweder per Maus (klicken, ziehen und markieren) oder in der unteren Menüzeile per Texteingabe in den Zeitfenstern. Um nun ein langsames Einblenden zu erreichen wählte ich im Menü „Effekt – Einblenden“ und die Tonspur wird entsprechend umgerechnet. Analog verfuhr ich mit dem Abschnitt 2:55 bis 3:00 und der Funktion ausblenden. Den „Rest“ der Spur ab 3:00 wurde markiert und mit Apfel+K gelöscht.

 

Audacityblogpost0014.png

 

 

Fehlt noch die Glocke, um den Beginn der Runde einzuläuten. Die passende Wave-Datei hatte ich ja heruntergeladen und konnte diese nun ebenfalls per Drag and Drop in Audacity einfügen:

 

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Da mir die Glocke ein wenig zu hell klang, entschied ich mich dafür, sie in ihrer Tonhöhe herabzusetzen. Die passende Funktion findet sich im Menü „Effekt – Tonhöhe ändern“, die ein ähnliches Fenster erzeugt wie der oben beschriebene Peak Limiter:

 

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Hier experimentierte ich ein wenig und setzte die Tonhöhe zum Schluss um vier Halbtonschritte herunter und war damit fast mit der Bearbeitung des ersten Songs fertig. Denn das Abspeichern als Audacity Projekt hilft einem wenig, wenn man die Songs in Itunes oder auf dem MP3-Player hören möchte. Hier half die Export-Funktion weiter, die man im Datei-Menü findet. Dort stellt man zunächst grundlegende Dinge ein, wie den Dateinamen und die gewünschten Qualität des Exports. Im zweiten Schritt kann man die Metadaten des Titels bearbeiten:

 

Audacityblogpost0018.png

 

Hier editierte ich das Genre und setzte dort den Eintrag „Intervall Training“, um mir die Handhabung in Itunes zu erleichtern. Nach dem Exportieren des Songs (Zeitdauer abhängig von der verwendeten Hardware) importierte ich den Titel in meine iTunes Library und erstellte mir eine neue intelligente Playlist mit dem Titel „Intervall Training“. Diese enthält nur ein Kriterium:

 

Audacityblogpost0019.png

 

Die erste Runde war somit geschafft. Die gleiche Prozedur durchlief ich mit dem ersten Titel, den ich als Pausensong verwenden wollte, mit dem Unterschied die Länge auf 30 Sekunden zu schneiden. Die Bearbeitung der Ringglocke entfällt ebenfalls, wenn man die Datei separat in Audacity lädt und die Änderung dort abspeichert. Meine iTunes Playlist sieht nun mit 2 Titeln wie folgt aus:

 

Audacityblogpost0005.png

 

 

Jetzt blieb mir nur noch, den iPod anzuschließen, ihn so einzustellen, dass er sich automatisch aus dieser Playlist befüllt und zum Training zu gehen. Zugegeben: Ich hab’ noch ein paar mehr Songs hinzugefügt, denn zwölfmal das gleiche Lied nervt schon irgendwann… 😉

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  1. Thomas
    08/06/2012 um 10:04

    Hallo
    Super Artikel. Ich baue mir auch ein Intervallt Training mit iTunes/Audacity zusammen. Nun gibt es ja mehrere Wege zum Ziel. Entweder das ganze Intervalltraining in Audacity zusammenschneiden oder mit den Wiedergabelisten. Nun ist mir aber leider noch nicht ganz klar, wie du da mit den weiteren Songs gemacht hast. D.h. wie hast du iTunes/iPod klar gemacht, dass nach jedem Song eine Glocke kommt?
    Vielen Dank im Voraus für deine Rückmeldung.
    Beste Grüsse aus der Schweiz, Thomas

  2. 08/06/2012 um 19:47

    Die Glocke nach dem Song ist die Glocke vor dem Song. 😉 Da ja jeder Song am Anfang die Glocke beinhaltet, brauchst du am Ende keine einfügen. Sonst würdest du zwischen den „Runden“ die Glocke zweimal hören. Das ist mir nämlich bei meinem ersten Versuch passiert.
    Also: Einfach am Anfang die Glocke reinschneiden, Playliste zusammenstellen und du hast zu jedem Intervall das Rundensignal.
    Schöne Grüße in die Schweiz,
    Lars

  1. 06/02/2013 um 15:50
  2. 06/02/2013 um 16:03

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